Kunst und Therapie

Eurythmie

Eurythmie ist eine ganzheitliche Bewegungskunst, die von Rudolf Steiner 1912 entwickelt wurde und drei Fachbereiche hat, die Pädagogik, die Kunst und das Therapeutische. Eurythmie („Eu-“ heißt „schön“ bzw. „gut“) ist eine Kunst, Sprache und Musik, sowie die eigenen Gefühle durch Bewegung sichtbar zu machen.

Die ursprünglich heilenden Kräfte in den Sprachklängen, Rhythmen, Musik und Formen machen den Körper für die fließenden Bewegungen durchlässig und wirken harmonisierend oder anregend. Gleichzeitig wird die eigene Ich-Kompetenz gestärkt. Die eurythmischen Gebärden sind ebenso gesetzmäßig wie Sprache und Musik, die mit der eurythmischen Bewegung zu einer Einheit verschmelzen.

Gehörtes bringt das Innere zum Klingen. So wirkt Gehörtes wie auch alles andere Wahrgenommene in unsere Psyche und erzeugt dort entsprechende Antworten, eine „Seelengebärde“. Diese Gebärden nach außen sichtbar und erlebbar zu machen, indem man sich in geeigneter Weise bewegt, ist ein Ziel der Eurythmie.

Andererseits wirkt die gleiche Gebärde auch nach innen und kann dort psychische Prozesse anregen. Wo Eurythmie therapeutisch eingesetzt wird, versucht sie das Ungleichgewicht der verschiedenen Ebenen (seelisch, geistig, körperlich) wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

 

 

Der gemeinsame Atem der Musik

Immer wieder finden Musikprojekte am Hof statt. Thomas Klein, Eurythmist und Musikpädagoge leitet diese Projekte. Zunächst wird auf die Verwendung von Musik­instrumenten noch gänzlich verzichtet. 

Viel mehr werden anhand von einfachen Bewegungen wie gehen, stampfen, klatschen oder schnippen in Kombination mit unserer Sprech-­ bzw. Singstimme musikalische Spannungsbögen lebendig gemacht. Hierbei steht stets der Anspruch im Vorder­grund, einen gemeinsamen Puls oder Atem in den Abläufen zu finden. Dies erfordert einerseits Sicherheit im eigenen Tun zu erlangen, gleichzeitig aber dieses abzustimmen mit der Aktion der anderen Beteiligten. Wie bei jeglichem gemeinsamen künstleri­schen Tun wirkt diese Bemühung in erfrischender und heilsamer Weise auf die Befindlichkeit des Einzelnen und nicht zuletzt auch auf das soziale Miteinander in der Lebensgemeinschaft. Unser wöchentliches Üben beschert uns immer wieder besondere Momente von knisternder Konzentriertheit, unterbrochen von Stimmungen des Lachens und der Heiterkeit. 

 

Sprachgestaltung

Riekelien Swart, Sprachgestalterin aus der Schweiz, erinnert sich: „Auf der Bahnfahrt nach Hause waren wir beide, Alfredo Aenis, mein Lebenspartner, und ich noch ganz erfüllt und beindruckt von dem Erlebten. Von der Qualität und Harmonie dieser Lebensgemeinschaft in prächtiger Umgebung!

Wir kamen aus dem Staunen kaum heraus. Ja, wirklich erfüllt von den 10 Tagen Leben und Sprechen mit fast allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Täglich von neuem eine Freude, weil wir uns alle gegenseitig füreinander und für die Sprachgestaltung geöffnet haben.

Von morgens bis abends gab es Einzelunterricht, aber auch Unterricht in Zweier-­ und Dreiergruppen oder auch in großen Gruppen. Am Ende der Woche erklang dann eine festliche Abschlussdarbietung, wobei Einzelne Gedichte, Texte und Humoresken zu Gehör brachten.

So vielfältig und lebendig wie die lieben Bewohner und Mitarbeiter sind, ist auch die Sprache und die Natur. Wir konnten die Kraft, die bunte Pracht, wie die zarten Blüten in uns und um uns erleben. Es möge weiter­ klingen“.

 

Kunst am Hof

Die Kunst, insbesondere die Malerei hat bei uns am Loidholdhof eine große Bedeutung. 2007 haben wir begonnen unseren Hof farblich neu zu gestalten. Das Spannende ist, dass seither nicht nur die Wände ganz anders ausschauen, sondern auch die Wahrnehmung der Menschen vor diesem neuen Hintergrund eine andere geworden ist. Da leuchtet auf einmal vom Gegenüber etwas auf, was vorher wie überdeckt und unsichtbar war. Zum einen liegt das sicher an der hohen künstlerischen Qualität der neuen Farbgestaltung, auf der anderen Seite deutet es auf die Doppelheit der menschlichen Wahrnehmung hin. D.h. wie ich eine Sache oder einen Menschen wahrnehme, hängt immer auch vom Hintergrund und Kontext ab, vor dem sich diese Sache oder der Mensch abbildet.

 

 

 

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